Bewegungsanalyse ist die Zukunft der Orthopädie

Das Bewegungsanalyselabor des IFD Cologne macht modernste Diagnosen möglich und hilft Patienten Gelenkproblemen vorzubeugen und, wenn nötig, zu behandeln.

Im Kölner MediaPark wurde im Juli 2014 auf Initiative der Orthopäden und Sportmediziner aus der MediaPark-Klinik Dres. med. Peter Schäferhoff, Thomas Stock und Paul Klein sowie Prof. Peter Brüggemann vom Institut für Orthopädie und Biomechanik der Deutschen Sporthochschule Köln ein in Deutschland einzigartiges Institut eröffnet, welches sich der Analyse von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und deren Therapie widmet.

Die langjährigen Erfahrungen und eigenen Entwicklungen im Bereich der Bewegungsdiagnostik am weltweit renommierten Institut für Orthopädie und Biomechanik mit der Expertise der Orthopäden aus der MediaPark-Klinik im Bereich der orthopädischen Diagnostik und Therapie bündeln zu können, verspricht im Bereich der Bewegungsanalyse eine außergewöhnlich hohe Qualität. Diese Expertise ist durch die Eröffnung des IFD Cologne nun für jedermann zugänglich.

Germanwings sprach mit dem geschäftsführenden Gesellschafter des Instituts für Funktionelle Diagnostik (IFD Cologne) über das Besondere dieses Bewegungsanalyselabors.

GW: Herr Dr. Klein, was war für die Gesellschafter des IFD die Intention, ein solches Institut ins Leben zu rufen?

PK: In unserer täglichen orthopädischen Praxis treffen wir auf immer mehr Patienten mit Beschwerden, die sich durch die bisherige herkömmliche Diagnostik wie Ultraschall, Röntgen, MRT und ähnliche Verfahren nicht erklären und damit auch nicht adäquat therapieren lassen. Viele Beschwerden stellen sich ja erst in der Bewegung und Belastung ein, und nicht im Liegen und Sitzen. Dieser Tatsache kann man durch die bekannten diagnostischen Verfahren nicht gerecht werden, da sie ja nicht in der Bewegung erfolgen.

GW: Können Sie uns hierzu vielleicht einige Beispiele nennen?

PK: Nehmen Sie zum Beispiel Überlastungsschäden wie die Achillessehnenreizung oder das Läuferknie. Die Diagnose ist oft einfach zu stellen, die Ursachen aber durch die herkömmliche Diagnostik nicht herauszufinden. In unserem IFD jedoch kann die Bewegung in Zahlen gefasst werden: Setzt der Fuß korrekt auf? Rollt er richtig ab? Wie steht die Beinachse dazu, knickt das Knie in der Belastungsphase zu sehr nach innen weg? Werden die entsprechenden Muskeln zur richtigen Zeit aktiviert und auch lange genug? Durch die Kombination verschiedener Messverfahren in der Bewegung können solche Fragen geklärt und in eine adäquate Therapie umgesetzt werden.

GW: Wie kann man sich eine solche Untersuchung vorstellen?

PK: Der Patient wird mit Markern und Elektroden versehen, so dass die Bewegung durch zwölf Infrarot-Kameras eingefangen sowie der Stromfluss im Muskel aufgezeichnet und zur Bewegung korreliert werden kann. Über Druck- und Kraftmessplatten, die im Boden eingelassen sind, werden die einwirkenden Kräfte gemessen. Durch die Kombination dieser Verfahren können Seitenunterschiede quantifiziert werden und zum Teil auch Unterschiede zu Normwerten erfasst werden.

GW: Und die Therapie erfolgt anschließend durch Sie als Ärzte?

PK: Als Orthopäde ist man in der Therapie natürlich mit im Boot, man kann jedoch einen falschen Bewegungsablauf nicht wirklich durch eine Tablette oder Spritze verbessern. Im Bereich Therapie arbeiten wir mit Physiotherapeuten und Trainern sowie Sportwissenschaftlern sehr eng zusammen. Nur durch ein gezieltes Training, welches erst möglich ist durch die Bewegungsanalyse, und das Erarbeiten eines regelrechten Bewegungsmusters, lassen sich die Beschwerden der Patienten perspektivisch beseitigen.

GW: Gibt es noch andere Anwendungsbereiche für die Bewegungsanalyse im IFD?

PK: Natürlich kann man als Hobby- oder Leistungssportler auch ohne Beschwerden bei uns vermessen werden, um Überlastungsschäden im Bereich des Bewegungsapparates bereits vorzubeugen.