Meniskus eines Spenders gibt jungen Patienten Beweglichkeit zurück
von Beatrix Lampe - Kölner Stadt-Anzeiger
Niklas Kusenberg spielt gern Fußball - und wie die meisten Teenager hat er beim Sport nicht an ein schwerwiegendes Verletzungsrisiko gedacht, bis ihm vor zwei Jahren bei einem Luftsprung der Außenmeniskus riss. Für den damals 15-Jährigen war danach erst einmal Schluss mit Sport: Ein solcher Schaden im Knie führt zu beträchtlicher Bewegungseinschränkung, und weil der Puffer im Gelenk fehlt, kommt es auf die Dauer zu erheblichen Knorpelschäden, die in späteren Lebensjahren fast unweigerlich eine schmerzhafte Arthrose nach sich ziehen.
"Eine solche Perspektive konnte ich mir für meinen sportlichen Sohn überhaupt nicht vorstellen", sagt Niklas´ Mutter. Die Alternative: Ein Transplantat, das in der Klinik am Mediapark mit einer in Deutschland noch sehr ungewöhnlichen Operation in Niklas´ Knie eingefügt wurde.
Der Orthopädie-Facharzt und Sportmediziner Peter Schäferhoff hat die Methode bei seinem belgischen Kollegen Verdonck studiert und inzwischen drei jungen Meniskus-Patienten mit Transplantationen zu neuer Beweglichkeit verholfen. "Bei einem so ungen, sportlichen Patienten sollten Ärzte bereit sein, auch andere als die konventionellen Wege zu beschreiten", sagt der Mediziner. Ein künstlicher Meniskus-Ersatz, wie von manchen Ärzten zur Therapie bei Innenmeniskusschäden verwendet, sei für die Außenmeniskusverletzung nicht infrage gekommen. Hingegen sah Schäferhoff gute Aussichten, mit einem von einer Gewebebank bereitgestellten Meniskus die Verletzung dauerhaft zu kurieren. "Das gilt für jüngere Patienten, bei denen noch keine arthrosebedingte Abnutzung und keine Instabilität des Kniegelenks vorliegt", sagt der Arzt einschränkend.
080821NeuerPufferimKniegelenk_KSTA.pdf (888KB)
Download des vollständigen Artikels (Kölner Stadt-Anzeiger v. 21.08.2008)
