Was ist Osteopathie?

- Das Ganze sehen, das Ganze behandeln -

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Form der Medizin bestehend aus einer differenzierten Diagnostik und einer gezielten Therapie.

Begründer der Osteopathie ist der Amerikaner Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917), der sich auf die Suche nach einem neuen Verständnis der Medizin gemacht hat. Sein Leitsatz war: „Bewegung ist Leben. Alles was lebt, fließt.“ 1847 entsteht die Osteopathie und 1892 gründete er das erste College of Osteopathic Medicine in Kirksville, Missouri.

Sie dient vorwiegend dem Erkennen und Behandeln von Funktionsstörungen. Die Behandlungsmethode basiert auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Grundlage dabei ist eine genaue Kenntnis der Anatomie, der Physiologie und den damit verbundenen Stoffwechselprozessen auf biochemischer Ebene.

Diagnose und Therapie erfolgt mit eigens dafür entwickelten osteopathischen Techniken, die nur mit den Händen ausgeführt werden.

Die osteopathische Medizin beinhaltet eine umfassende manuelle Diagnostik und Therapie von Fehlfunktionen im Bewegungsapparat, den inneren Organen und am Nervensystem. Im Zentrum der Therapie steht nicht die Behandlung einer Krankheit an sich sondern immer die individuelle Situation des Patienten und dessen Selbstheilungskräfte.

Jeder Körper hat eine starke Kraft zur Gesundheit in sich. Der Therapeut regt diese Kräfte an und fördert damit die Selbstheilung.

In der Praxis besteht die osteopathische Therapie aus sanften manuellen, meist nicht invasiven Techniken an den:

  • Gelenken der Extremitäten,
  • der Wirbelsäule,
  • den Muskeln,
  • den Faszien,
  • dem Schädel und
  • den inneren Organen

Die Idee, die einer osteopathischen Behandlung zugrunde liegt ist, das jede Veränderung der Beweglichkeit am Bewegungsapparat sei es durch Hypomobilität = ein zuwenig an Beweglichkeit (z.B. Vernarbungen nach operativen Eingriffen) oder Hypermobilät = ein zuviel an Beweglichkeit (z.B. eine Ptose der Niere) zu einer Funktionsstörung führt, die Symptome und somit ein Krankheitsbild auslösen kann.

Die vier Hauptsysteme der osteopathischen Medizin sind:

  • das parietale System (muskoloskeletales System mit Knochen, Bändern, Muskeln, Gelenken)
  • das viszerale System (innere Organe)
  • das craniosacrale System (Kopf und Kreuzbein mit der nervalen Verbindung dem Rückenmark)
  • die Psyche.

Die Systeme stehen untereinander in einem funktionellen Gleichgewicht. Ist ein System gestört tritt ein Ungleichgewicht ein, wodurch die anderen Systeme beeinflusst werden können.

Indikationen für parietale Techniken:

  • Beckendysfunktionen, -verwringungen
  • Interkostalneuralgien
  • Lumbalgien, Ischialgien (ausstrahlende Schmerzen)
  • Schulter-Arm Syndrom
  • Blockaden (Wirbelsäule, Iliosakralgelenk, Hand, Fuß)
  • Nackenschmerzen sog. HWS-Syndrom

Indikationen für viszerale Techniken:

  • Verklebungen viszeraler Gewebe als Folge von Infektionen oder operativen Eingriffen. 
  • Ptosen als Folge von Bandstörungen im Sinne der Hypermobilität Viszerale Spasmen als Folge nervöser Irritationen verschiedenster Herkunft

Indikationen für cranio-sacrale Techniken:

  • Migräne und Kopfschmerz
  • Schleudertrauma
  • Verstauchungen, Verrenkungen, Frakturen
  • Tinnitus, Vertigo (Schwindel)
  • Skoliosen  
  • Rückenschmerzen, Lumbalgie, Ischialgie
  • Bissanomalien und Störungen des Kiefergelenks
  • chronische Schmerzen